Die digitale Transformation unserer Gesellschaft schafft neue Perspektiven und Geschäftsmodelle. Um an diesen disruptiven Entwicklungen zu partizipieren, habe ich mir einen ETF ins Depot gelegt, der auf Big Data und künstliche Intelligenz (KI) fokussiert ist. Um welchen ETF es sich handelt und was ich mir davon verspreche, erfährst du im folgenden Beitrag.

Von Big Data und disruptiven Technologien

Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts. Diese Überschrift haben Journalistinnen und Journalisten in den letzten Jahren geradezu inflationär über unzählige Artikel und Beiträge gesetzt. Und sie verweisen damit einerseits auf den fundamentalen Stellenwert den Daten im Zeitalter der digitalen Transformation einnehmen — für unsere wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. 

Auf der anderen Seite, trifft diese Überschrift nicht den Kern dieser Entwicklung: Denn während Öl verbrannt wird, um Energie zu erzeugen, nimmt das weltweite Datenvolumen mit jedem Tag, jeder Stunde, jeder Minute und Sekunde weiter zu – und zwar exponentiell.

Die Datenexplosion

So geht eine Analyse von IDC beispielsweise davon aus, dass das globale Datenvolumen von etwa 33 Zettabytes im Jahr 2018 auf rund 175 Zettabytes im Jahr 2025 ansteigen wird. Das ist eine Explosion der Daten um mehr als 500%. 

Und für alle, die es interessiert: 1 Zettabyte entspricht übrigens 1.000.000.000.000.000.000.000 Bytes. Das ist eine 1 mit 21 Nullen — und ich möchte mir kaum vorstellen, wie viele Disketten es noch in den 1990ern gebraucht hätte, um diese unzählige Menge an Informationen und Daten zu speichern. 

Von Big Data zu Smart Data

Um das Speichern von Daten alleine geht es aber schon lange nicht mehr. Denn Value und Lösungen entstehen nicht primär aus Big Data, die unstrukturiert in der Cloud lagern. Vielmehr geht es darum, die Datenmengen nutzbar zu machen. Oder anders ausgedrückt: Es geht darum, Big Data in Smart Data zu übersetzen — und dies kontinuierlich und in Echtzeit. Die Nutzbarkeit von Daten hängt dabei von unterschiedlichen Merkmalen ab. Diese werden häufig mit den 6 Vs charakterisiert. 

Big Data als Wachstumsmarkt

Ob nun im Bereich der Datenerfassung, der Speicherung und Sicherheit oder im Bereich Data Analytics — die Wertschöpfungskette im Bereich Big Data ist lang. Und gleichzeitig fördert sie ganz neue Geschäftsmodelle und die Entwicklung disruptiver Technologien, wie zum Beispiel im Bereich Internet of Things (IoT) oder Artificial Intelligence (AI). 

Wie riesig das Potential des Big Data Marktes ist, zeigt eine Analyse von Markets & Marktes: Das Unternehmen geht davon aus, dass das Marktvolumen im Bereich Big Data allein zwischen 2020 und 2025 von $ 138,9 Mrd. auf $ 229,4 Mrd. ansteigen wird. 

Investieren in Big Data

Keine Frage, dass dieser Wachstumsmarkt natürlich auch für (langfristige) Investoren interessant ist. Und hier bieten sich zahlreiche Möglichkeiten: Ob nun Big Tech-Player wie Amazon (WKN: 906866), Microsoft (WKN: 870747) und Google (WKN: A14Y6F) oder Unternehmen wie Oracle (WKN: 871460), Palantir (WKN: A2QA4J) oder Teradata (WKN: A0M0ZR) — um nur einige wenige zu nennen. 

Einige dieser Unternehmen befinden sich auch bereits als Einzelinvestments in meinem Depot. Gleichwohl möchte ich die rasanten Entwicklung in diesem Bereich etwas breiter abdecken. Und was bietet sich hier besser an, als ein ETF?

Der AI & Big Data ETF

Für einen entsprechenden ETF, der auf Big Data und Artificial Intelligence fokussiert ist, habe auch ich mich entschieden. Meine Wahl ist dabei auf den Xtrackers Artificial Intelligence and Big Data UCITS ETF 1C (WKN: A2N6LC) gefallen. 

Profil des Xtrackers AI & Big Data ETF

Über eine vollständige Replikation investiert der ETF weltweit in Technologieunternehmen, die Schwerpunkte im Bereich künstlicher Intelligenz, Datenverarbeitung und Cybersecurity aufweisen. Insgesamt kommt der ETF aktuell auf eine Größe von etwa € 575 Mio. 

Bis zu 100 Unternehmen werden in den Index aufgenommen und ungeachtet der Marktkapitalisierung gleich gewichtet. Eine Neugewichtung erfolgt alle 6 Monate.  

Aktuelle Zusammensetzung

So befinden sich aktuell (Stand: 30. Juni 2021) 95 Werte in dem Index. Mit einem Anteil von über 60% kommen die Unternehmen mehrheitlich aus den USA. Weitere Schwerpunkte liegen im asiatischen Raum mit Taiwan (8,27%), Japan (5,46%) und Südkorea (3,88%). 

Zu den gemäß aktueller Gewichtung größten Werten zählen beispielsweise das US-Unternehmen Teradata Corp. (WKN: A0M0ZR), das unter anderem auf Data Analytics spezialisiert ist, oder der französische Marketing-Spezialist Criteo (WKN: A1W5UR), der Lösungen für personalisiertes Retargeting entwickelt. Vertreten ist aber beispielsweise auch der US-Softwarehersteller MicroStrategy (WKN: 722713), der in den letzten Monaten vor allem durch seinen Bitcoin-enthusiastischen Gründer und CEO Michael Saylor in den Schlagzeilen war. 

Top 5 Positionen im Xtrackers AI & Big Data ETF nach Gewichtung

Logo Teradata
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Logo Criteo
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Logo BlackBerry
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Logo MicroStrategy
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Logo Synaptics
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Quelle: ETF Factsheet (30. Juni 2021)

Entwicklung & Kosten

Da viele Techwerte – trotz einiger Rücksetzer – in den letzten Monaten extrem gut gelaufen sind, hat sich auch der Xtrackers Artificial Intelligence and Big Data ETF sehr positiv entwickelt. So hat der ETF in den letzten 12 Monaten rund 45% an Wert gewonnen — im laufenden Jahr liegt das Plus bei etwa 22%. In die Performance eingerechnet sind Ausschüttungen, die gemäß der thesaurierenden Aufsetzung des ETFs direkt reinvestiert werden. 

Im Sparplan ohne Gebühren

Hinsichtlich der Gesamtkostenquote bzw. Total Expanse Ratio (TER) liegt der Xtrackers Artificial Intelligence and Big Data ETF mit 0,35% pro Jahr in einem üblichen Rahmen. Das lässt sich umso mehr verkraften, da ein monatlicher Sparplan auf den ETF aktuell bei zahlreichen Anbietern ohne zusätzliche Gebühren möglich ist. 

So habe auch ich mich für einen monatlichen Sparplan in Höhe von zunächst € 200,- entschieden. Dieser wird jeweils zur Mitte des Monats durchgeführt und soll langfristig laufen. Die erste Sparplanausführung erfolgte am 15. Juni. Konkret habe ich 2,463 Anteile à jeweils € 81,18 in mein Depot gebucht bekommen.

Logo Xtrackers

Zielsetzung & Fazit

Mit der Entscheidung für den Xtrackers Artificial Intelligence and Big Data ETF geht meine grundsätzliche Zielsetzung einher, ETFs eine höhere Gewichtung in meinem Depot zu verleihen. Und hier ist noch ordentlich Luft nach oben: Der AI & Big Data ETF ist erst das 2. Finanzinstrument dieser Art in meinem Depot. 

Daneben bespare ich bereits seit 2019 den iShares Core MSCI World UCITS  ETF (WKN: A0RPWH), der sehr breit die Entwicklung in Industrieländern abdeckt. Auch wenn für diesen ETF mittlerweile eine ordentliche Investionssumme zusammengekommen ist, ist die Gewichtung von ETFs in meinem Depot vergleichsweise niedrig. Innerhalb meiner Wertpapiere liegt der Anteil aktuell bei etwa 6,8% – auf mein Gesamtdepot bezogen inkl. Kryptowährungen, Gold & P2P sogar nur bei knapp 4%.

Asset Allocation

Klar, ein einzelner ETF wird diese Gewichtung nicht massiv beeinflussen können – zumal meine monatlichen Investments in Einzelwerte meine ETF-Sparpläne vom Volumen in der Regel deutlich übersteigen. Durch die Hinzunahme des AI & Big Data ETF gewinnt dieser Bereich in meinem Depot aber zumindest an Wert. Gleichzeitig suche ich aber momentan auch noch nach einem weiteren ETF, den ich monatlichen besparen kann. Wenn ihr hier Tipps habt, schreibt sie gerne in die Kommentare. 

Letztlich ist der AI & Big Data ETF für mich aber vor allem eine Möglichkeit, an einem spannenden Zukunftsmarkt zu partizipieren – ohne mein Investment auf einzelne Unternehmen setzen zu müssen. Ich erwarte in diesem Bereich in den nächsten Jahren ein massives Wachstum – und freue mich, mit dem ETF davon profitieren zu können. 

Logo Xtrackers

Xtrackers AI & Big Data ETF
WKN: A2N6LC

Zum ETF Factsheet

Im Finanz Cowboy Depot seit 7/2021

Was haltet ihr von dem Bereich Big Data & künstliche Intelligenz? Und wie ist eure Meinung gegenüber spezialisierten Themen-ETFs? Macht das Sinn oder doch lieber in vielversprechende Einzelwerte investieren? Ich bin gespannt auf eure Meinung und Kommentare!

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Stefan

    Spannender ETF. Warum nur 200 Euro ?