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Bis über $ 40.000,- ist Bitcoin in diesem Jahr bereits gestiegen. Damit setzt die Kryptowährung die fulminante Rallye fort, die in den letzten Wochen des vergangenen Jahres zunehmend an Fahrt aufgenommen hat. Aber lohnt es sich jetzt noch in Bitcoin zu investieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich der folgende Artikel.

März 2020: Blutbad im Portfolio

Mitte März des vergangenen Jahres fand ein regelrechtes Blutbad in meinem Portfolio statt. Und damit meine ich nicht meine Wertpapiere, die infolge der Corona-Panik innerhalb weniger Wochen rund ein Drittel am Wert verloren (hier mehr dazu). Verantwortlich dafür war vielmehr mein Bitcoin-Investment, dass sich innerhalb weniger Stunden nahezu halbierte. Keine $ 4.000,- war der Bitcoin nach diesem Blitz-Crash noch wert — nachdem er wenige Wochen zuvor noch kurz davor stand, wieder fünfstellig zu werden. 

Bitcoin legt fulminante Kursrallye hin

Bitcoin

Im Nachhinein wäre dies der Zeitpunkt gewesen, um umfassend in Bitcoin zu investieren. Denn in den folgenden Monaten hat die Kryptowährung ein unglaubliches Comeback hingelegt. Auf Jahressicht hat der Bitcoin in 2020 rund 300% an Wert gewonnen. Erst vor wenigen Tagen markierte der Coin bei über $ 40.000,- ein neues All Time High — und stand damit rund 10 mal höher als noch im März des vergangenen Jahres. Und auch wenn der Bitcoin seitdem wieder an Wert verloren hat, ist auch die Bitcoin Postion im Finanz Cowboy Depot deutlich im Plus — und ähnlich sollte es jedem gehen, der länger als 10 Tage in den Coin investiert ist. 

Nur 2% sind in Kryptowährungen investiert

Dass sich zumindest in Deutschland nicht all zu viele Investoren über die jüngsten Gewinne an den Kryptomärkten freuen können, legt eine aktuelle Umfrage des des Digitalverbands Bitkom nahe. So haben laut der Analyse aus dem Dezember des vergangenen Jahres zwar mittlerweile rund drei Viertel der deutschen Bevölkerung schon einmal von Bitcoin gehört — in Kryptowährungen investiert sind aber gerade einmal knapp 2%. Immerhin kann sich mittlerweile aber fast jeder fünfte Befragte (18%) vorstellen, in Zukunft in Bitcoin und Co. zu investieren. 

Hohe Volatilität

Aber ist das eine gute Idee? Ist das Risiko nicht viel zu groß? Diese Einschätzung muss natürlich jeder für sich alleine treffen. Und klar sollte dabei immer sein: Bei Bitcoin handelt es sich um ein hochspekulatives Investment. Und es ist ein Investment, dass einer extrem hohen Volatilität unterliegt — Kursstürze von über 20% innerhalb weniger Stunden sind keine Seltenheit. So hatte der Bitcoin erst vor wenigen Tagen innerhalb eines Tages rund 25% an Wert eingebüßt — oder anders ausgedrückt: $ 10.000,- in wenigen Stunden. Genauso schnell kann es aber auch wieder hochgehen. Wer in Bitcoin investiert, sollte mit diesen enormen Schwankungen zurechtkommen. Oder wie es der US-Präsident Harry S. Truman einmal sagte: If you don’t like the heat, get out of the kitchen!

Totalverlust mit Bitcoin?

Nicht nur in Hinblick auf die Volatilität wird entsprechend laut vor den Risiko eines Investments in Bitcoin gewarnt. So hat zuletzt unter anderem die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin das Schreckensgespenst des Totalverlusts bei einem Investment in Kryptowährungen an die Wand gemalt (hier). Das mag insofern verwundern, als die Bafin beim letzten Totalverlust, den viele Investoren hierzulande mit Wirecard erlebt haben, zumindest eine zweifelhafte Rolle gespielt hat (hier zu meinem eigenen Aktien-Fail mit Wirecard).

Dezentralität und Knappheit als innerer Wert

Ganz von der Hand zu weisen, lassen sich die typischen Bedenken der Kritiker nicht: Im Gegensatz zu Unternehmensaktien oder Immobilien liegt dem Bitcoin kein klassischer Wert zugrunde — anders als bei Edelmetallen, wie zum Beispiel auch Gold, gibt es keine konkrete Verwendung. Damit unterscheidet sich Bitcoin beispielsweise auch von Ethereum, das — zwar auch dezentral und rein digital — neben der eigenen Währung Ether vor allem als Plattform für Smart Contracts fungiert. Ich habe hier geschrieben, warum ich deshalb auch besonders bullish für Ether in diesem Jahr bin. 

In meinen Augen ist es dennoch absolut falsch, dem Bitcoin jeglichen inneren Wert abzuschreiben. Denn Dezentralität, fehlende Kontrolle und nicht zuletzt auch die zunehmende Knappheit aufgrund des Limits von knapp 21 Millionen Coins sind zweifellos Werte, die gerade in Zeiten, in denen Geld ohne Limit gedruckt wird, zusätzlich an Relevanz gewinnen.

Wie hoch steigt Bitcoin?

Aber wieviel ist dieser innere Wert wert? Darüber gehen die Meinungen zumindest weit auseinander: Die Prognosen reichen von der Bafin-Prognose „Totalverlust“ bis zu Mondpreisen von über $ 1 Mio. pro Coin. Zuletzt hat die US-Investmentbank J.P. Morgan für Euphorie gesorgt, als sie Anfang Januar infolge der zunehmenden institutionellen Nachfrage ein langfristiges Kursziel von über $ 140.000,- ausrief (hier). Vom aktuellen Wert aus wäre dies noch einmal ein Anstieg um deutlich über 300 %.

Stock to Flow-Modell

Ein interessantes Preismodell in Hinblick auf die Knappheit hat PlanB entwickelt: Sein auf Bitcoin bezogenes Stock to Flow-Modell, setzt den Wert des Coins in Verhältnis zu seiner Seltenheit. Die regelmäßigen Halvigs, bei denen die Belohnung für geschürfte Coins halbiert werden, spielen dabei eine entscheidende Rolle. Auf Basis seines Stock to Flow-Modells kommt PlanB zu einem Wert von $ 100.000,- in 2021. 

Knappheit trifft auf Nachfrage

Auch wenn Preisprognosen bei Bitcoin immer mit Vorsicht zu genießen sind, verweist zumindest die Vergangenheit darauf, dass die mit dem Halving einhergehende Verknappung für den Wert des Coins relevant sein kann. So stieg der Bitcoin nach dem ersten Halving im Jahr 2012 von knapp $ 10,- auf im Hoch über $ 1.000,-; nach dem zweiten Halving im Jahr 2016 kletterte der Kurs von etwa $ 650,- auf fast $ 20.000,-. Beim vorerst letzten Halving im vergangenen Jahr stand der Bitcoin bei knapp $ 8.500,-. Es bleibt spannend, wie weit es diesmal geht. 

Positiv für den Bitcoin-Preis sollte zudem sein, dass die natürliche Verknappung auf eine erhöhte Nachfrage von Seiten institutioneller Investoren trifft. So hat im Dezember 2020 allein der US-Krypto-Fonds Grayscale deutlich mehr doppelt so viele Bitcoin aufgekauft wie neu geschürft wurden.

 

Fazit

Ein Investment in Bitcoin ist immer spekulativ. Und wer sich dafür entscheidet, sollte sich nicht nur ausreichend informieren, sondern sich auch der Risiken bewusst machen. FOMO (Fear of missing out), also die Angst Gewinne zu verpassen,  sollte nicht der Grund für ein Investment sein. Gleichzeitig spricht aber vieles dafür, dass Bitcoin weiter steigen kann: Dafür sprechen nicht nur die Verknappung des Angebots bei zunehmenden institutionellen Interesse, sondern auch die Tatsache, dass Bitcoin – trotz der Rücksetzer in den letzten Tagen – noch immer einen klaren Aufwärtstrend aufweist. 

Ihr habt nun meine Gedanken zu den jüngsten Entwicklungen des Bitcoin gelesen. Wie steht ihr dem Thema gegenüber? Riesige Chance oder doch vor allem ein enormes Risiko? Ich bin gespannt auf eure Kommentare. 

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