In Kryptowährungen investieren – das machen bislang nur rund 2% der über 16-jährigen in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Umfrage des Digitalverband Bitkom aus dem Jahr 2020. Zeit für ein klein wenig Aufklärungsarbeit. Im folgenden Artikel findest du Informationen rund um das Investment in Kryptowährungen.

In Kryptowährungen investieren - Kryptoboom bislang ohne Deutschland

Was sind Kryptowährungen?

Unter dem Sammelbegriff Kryptowährungen werden zahlreiche digitale Währungen zusammengefasst. Am bekanntesten ist zweifellos der Bitcoin, der bereits im Jahr 2007 erfunden wurde. Ein Jahr später wurde das Whitepaper Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto veröffentlicht. Bis heute weiß man übrigens nicht, wer sich hinter diesem Pseudonym verbirgt.

Mit dem Siegeszug des Bitcoin sind in den vergangenen Jahren zahlreiche weitere Kryptowährungen entstanden. Mittlerweile gibt es mehrere Tausend alternative Coins neben dem Bitcoin. Diese werden auch als Altcoins bezeichnet. Nur die wenigsten von ihnen sind jedoch erfolgreich und erreichen eine signifikante Marktkapitalisierung. Zu den größeren Altcoins zählen beispielsweise Ethererum, Ripple (XRP), Cardano und Polkadot

Wichtig zu wissen: Häufig handelt es sich bei den Altcoins nicht ausschließlich um Kryptowährungen, sondern um Projekte, die auf der Blockchain-Technologie basieren. Siehe dazu auch meinen Artikel zu Ethereum.

Kryptowährungen: Digital und dezentral

Gemeinsam haben alle Kryptowährungen, dass sie ausschließlich digital verfügbar sind und gehandelt werden. Im Unterschied zu nationalen Währungen, dem FIAT-Geld, sind Kryptowährungen unabhängig von Finanzinstituten und Staaten. Die meisten Kryptowährungen sind zudem dezentral organisiert und können somit nicht von Einzelpersonen oder Institutionen kontrolliert und manipuliert werden.

Blockchain-Technologie

Für Sicherheit vor Manipulationen sorgt zudem die Blockchain-Technologie, auf der Kryptowährungen basieren. Dabei handelt es sich um eine Verkettung von Datenblöcken, die kontinuierlich weiter fortgeschrieben, dezentral gespeichert und nachträglich nicht mehr verändert werden kann. Das bedeutet: Die Blockchain funktioniert am Ende wie ein riesiges Buchhaltungssystem, in dem jede einzelne Transaktion unveränderbar festgehalten ist.

Wie kann ich in Kryptowährungen investieren?

Natürlich kannst du Bitcoin, Ethereum und Co. nicht einfach bei deiner Hausbank oder deinem Standard-Broker erwerben. Aber vielleicht kommt das ja noch. Mittlerweile gibt es jedoch zahlreiche digitale Kryptobörsen, an denen du in Kryptowährungen investieren und diese handeln kannst. Wenn du dich an etablierte Börsen, wie zum Beispiel BinanceCoinbase oder Kraken wendest, kann du auch sicher sein, dass es sich um seriöse Angebote handelt. 

Handel mit Kryptowährungen

An den Börsen kannst du die meisten größeren Coins, wie zum Beispiel Bitcoin, Ether oder Litcoin, direkt gegen herkömmliche Währungen erwerben. Kleinere Coins lassen sich dagegen meist nur gegen andere Kryptowährungen handeln. Als beliebte digitale Tauschwährung fungiert Tether, ein sogenannter Stable Coin, der 1:1 an den US-Dollar gekoppelt ist. Aber Achtung: Wie beim Aktienhandel fallen auch beim Handel mit Kryptowährungen Gebühren an. Insofern lohnt es sich, die Konditionen der verschiedenen Anbieter genau anzuschauen.

Deine digitale Geldbörse

Erwirbst du Coins, werden diese in deine Wallet gelegt. Das ist im Grunde nichts anderes als eine Art digitale Geldbörse. Wenn du deine Coins langfristig halten möchtest, diese aber nicht in der Online-Börse aufbewahren willst, lohnt sich die Anschaffung einer Hardware Wallet. Damit kannst du dann auf jeden Fall sicher sein, dass deine Coins nicht in falsche Hände geraten.

In Kryptowährungen investieren: Wie hoch ist das Risiko?

Grundsätzlich gilt: Jedes Investment geht mit dem Risiko einher, dass du Geld verlieren kannst. Und dieses Risiko reicht bis zum Totalverlust. Daher solltest du immer darauf achten, dass du auf das Geld, das du investierst, langfristig nicht angewiesen bist. 

Immer wieder bestätigt sich auch: Je höher die Chancen auf eine positive Rendite bzw. Gewinn sind, desto größer ist auch das Risiko des jeweiligen Investments. Kryptowährungen stehen hier zweifellos auf der Seite der Investments, die eine höhere Rendite in Aussicht stellen. Allein im Jahr 2020 ist der Wert des Bitcoin um rund 300% gestiegen. Bei Ethereum sehen wir im letzten Jahr sogar einen Anstieg um fast 475%. 

In Kryptowährungen investieren - Rendite 2020

Entsprechend hoch ist aber auch das Risiko. Auch wenn die langfristige Entwicklung des Bitcoin extrem positiv ist, sind Kryptowährungen extrem volatil. Kursschwankungen im zweistelligen Prozentbereich innerhalb weniger Stunden sind auch bei etablierteren Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum nicht selten. Zuletzt korrigierte der Bitcoin im Januar um rund $ 10.000,- innerhalb weniger Tage. Bei kleineren Coins können diese Kursschwankungen noch erheblich deutlicher und schneller ausfallen. Viele Coins, die schnell steigen, verlieren genauso schnell wieder an Wert. 

Das bedeutet: Dein Investment in Kryptowährungen ist enormen Kursschwankungen ausgesetzt und das Risiko, große Verluste zu erleiden, ist deutlich größer als bei „klassischen“ Investments.

Sind Gewinne bei Kryptowährungen steuerfrei?

Um es vorwegzunehmen: Ich bin kein Steuerberater und ihr solltet im Zweifelsfall immer professionellen Rat in Anspruch nehmen. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. ist hier beispielsweise eine gute Anlaufstelle. 

Nun aber zurück zur Frage, ob Gewinne, die du mit Kryptowährungen erzielst, versteuert werden müssen. Und da lautet die klare Antwort: Ja! Auch unser Fiskus interessiert sich dafür, wenn du über Nacht reich mit Kryptowährungen geworden bist. So gilt der Handel mit Bitcoin, Ethereum und Co. als privates Veräußerungsgeschäft. Gewinne werden entsprechend mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. 

Es gibt jedoch Ausnahmen:

  • Gewinne, die mit privaten Veräußerungsgeschäften erzielt werden, bleiben bis zu einem Betrag von € 600,- steuerfrei. 
  • Wenn du deine Coins länger als 1 Jahr hältst und erst dann mit Gewinnen verkaufst, bleiben die Gewinne steuerfrei. In meinen Augen ein gutes Argument, um auch bei Kryptowährungen eine langfristige Investment-Strategie zu fahren.

Wie kann ich indirekt in Kryptowährungen investieren?

Auch wenn du nicht direkt in Kryptowährungen investieren möchtest, gibt es Möglichkeiten, um von deren Entwicklung zu profitieren. So gibt es beispielsweise verschiedene Zertifikate, die direkt an die Entwicklung von Kryptowährungen gekoppelt sind. 

Krypto-Aktien als Investment

Aber auch über klassische Unternehemns-Aktien kannst du quasi indirekt in Kryptowährungen investieren. In diesen Bereich fallen beispielsweise die Werte der Trading-Plattformen. Erst Ende letzten Jahres hat die US-Krypto-Börse Coinbase auf ihrem Blog einen Börsengang angekündigt. Bereits gelistet ist die Bitcoin Group (WKN: A1TNV9) aus Deutschland, die die Trading-Plattform Bitcoin.de betreibt. Der Kurs dieser Aktie orientiert sich jedoch stark am Bitcoin-Kurs. Das Risiko ist also mit einem Direkt-Investment in Kryptowährungen vergleichbar.

Investiere in Schaufeln!

Spannender sind vielleicht jene Unternehmen, die eher indirekt vom Boom der Kryptowährungen profitieren. Hier möchte ich die bekannte Weisheit von André Kostolany in Erinnerung rufen:

Investiere bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber, sondern in Schaufeln!

Getreu diesem Motto kommen beispielsweise jene Unternehmen in Frage, die die Rechenpower ermöglich, die für das Schürfen bzw. Mining von Kryptowährungen benötigt wird. Dazu zählen die großen Chip-Hersteller, wie zum Beispiel Nvidia (WKN: 918422) oder AMD (WKN: 863186). Auch Unternehmen wie TSMC (WKN: 909800) bauen Microchips, die unter anderem im Krypto-Mining eingesetzt werden. 

Aber auch Zahlungsdienstleister gehören zu den Gewinnern des Krypto-Booms: Allen voran steht hier sicherlich PayPal (WKN: A14R7U). Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr angekündigt, Bitcoin und ausgewählte Altcoins als Zahlungsmittel zu akzeptieren (hier). Auch der Finanzdienstleister Square (WKN: A143D6) aus San Francisco, ermöglicht bereits seit 2018 den Kauf von Bitcoin über seine Apps und investiert seit Monaten stark in Kryptowährungen. 

Was alle diese Werte übrigens gemeinsam haben: Sie sind in den letzten Monaten extrem gestiegen. 

Indirekt in Kryptowährungen investieren:
Entwicklung ausgewählter Aktien in 2020

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Wie ist deine Einstellung gegenüber Kryptowährungen? Bist du investiert oder ist das alles nur ein großer Hype? Ich bin gespannt auf deine Meinung und freue mich über deinen Kommentar.

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