Was für ein Börsenjahr liegt hinter uns! Rasanter Absturz im Frühjahr und eine Erholung an den Märkten, die kaum jemand für möglich gehalten hätte. Wie das Finanz Cowboy Depot durch das Corona-Jahr 2020 gekommen ist, erfährst du in diesem Artikel.

Geschafft. Das Jahr 2020 ist endlich vorbei! Und mal unter uns: Vermissen werde ich es wirklich nicht. 2020 war in vielerlei Hinsicht ein verlorenes Jahr. Ein Jahr zum Vergessen. Aber auch ein Jahr, in dem ein klein wenig Demut angebracht ist: So bin ich dankbar, dass das Jahr 2020, in dem ein Virus unsere Welt erobert und lahmgelegt hat, meine Familie, Freunde und auch mich verschont hat. Gesundheit und berufliche Sicherheit — beides Aspekte, die aktuell absolut nicht selbstverständlich sind.

Nun aber Schluss mit den ernsten Worten. Schauen wir doch lieber mal, wie mein Aktien-Portfolio (hier zur Depot-Übersicht) durch das COVID-19-Börsenjahr 2020 gekommen ist.

Sorglosigkeit vor dem Sturm

Oh, wie schön entspannt startete das Börsenjahr 2020. Okay, der Brexit war noch lange nicht über die Bühne gebracht. Und auch der Handelsstreit zwischen den USA und China wartete nur auf eine erneute Eskalation durch einen Tweet von Donald Trump. Aber irgendwie hatte man sich daran ja längst gewöhnt. Sorglosigkeit bestimmte den Start ins Börsenjahr 2020. Und die Erwartung, dass die 2019er Rallye sich fortsetzen würde. Daran konnten auch die ab Ende Januar zunehmenden Berichte über ein neuartiges Corona-Virus, das in China sein Unwesen trieb, nichts ändern. Denn es lief gut: Die Börsen erklommen neuen Höchststände — und auch mein Portfolio war mit Schwung ins neue Jahr gestartet. Bereits am 18. Februar 2020 war mein Aktien-Portfolio gegenüber dem Vorjahr mit fast 10% im Plus. So hätte es ruhig weiterlaufen können. Lief es aber nicht: Höher als an diesem Tag sollte zumindest die Performance meiner Aktien im ganzen Jahr nicht mehr sein. 

Minus 35% in knapp 3 Wochen

Denn bekanntlich kam alles anders: COVID-19 erfasste die Welt, verbreitete Hysterie an den Finanzmärkten und hinterließ auch in meinem Portfolio eine Spur der Verwüstung. Jeden Tag sackte mein Portfolio weiter ab. Und es ging rasant: Bereits am 12. März 2020 erreichte mein Portfolio mit einem Minus von gut 25% gegenüber Jahresbeginn seinen Tiefstand. Oder anders ausgedrückt: In nur knapp 3 Wochen hatte mein Aktien-Portfolio fast 35% an Wert verloren.  

Kaufen, wenn die Kanonen donnern

Meine Reaktion: Keine Reaktion. Ich stand die ersten Tage tatsächlich regungslos an der Seitenlinie und habe zugeschaut. Und das war vielleicht auch gut so. Denn obwohl viele meiner Einzelwerte mit jedem neuen Handelstag weiter Richtung Süden wanderten, habe ich zumindest im akuten Crash nicht eine meiner Aktie mit Verlusten verkauft. 

Relativ schnell habe ich mich dann aber an die alte Weisheit von Carl Mayer von Rothschild erinnert:

Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.

Und gekauft habe ich: Insgesamt habe ich 2020 rund € 45.000,- in Wertpapiere investiert — das sind rund € 3.750,- pro Monat!. Ich habe bereits bestehende Werte aufgestockt — und neue Werte in mein Portfolio gelegt. Zugegeben: Im Nachhinein habe ich in einzelne Titel zu früh investiert. Deutlich günstigere Kurse wären möglich gewesen. Aber im Rückblick ist man immer schlauer und auf lange Sicht sollte sich dies auszahlen.

9 Monate nach dem Börsen-Crash

Hatte mein Portfolio zuvor einen sehr hohen Risikoanteil mit spekulativen Titeln, so habe ich das Jahr 2020 vor allem genutzt, mich breiter aufzustellen. Zwar habe ich auch in 2020 in typische Growth-Titel, wie zum Beispiel Facebook, JD.com oder Tencent investiert. Gleichzeitig ist ein hoher Anteil meiner Investitionen aber auch in eher defensive und antizyklische Werte geflossen. So habe ich unter anderem meine Investments in Johnson & Johnson oder Waste Management weiter aufgestockt — aber auch neue Werte, wie zum Beispiel Coca Cola, Unilever oder Generals Mills (hier zum Artikel Ein General für mein Depot) ins Portfolio aufgenommen. 

Entwicklung Depot: Die Zahlen

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Performance Aktien 2020

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Investments Aktien 2020

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Dividende 2020

Performance

Nachdem mein Wertpapier-Depot im Februar und März ordentlich in Knie ging, hat es sich im weiteren Jahresverlauf wieder weitgehend erholt. Dass das Wertpapier-Depot das Jahr 2020 am Ende mit einem moderaten Verlust von -2,5% abschließt, ist dabei vor allem der Endjahres-Rallye im Nachgang der US-Präsidentschaftswahlen zu verdanken.  

Übersicht: Performance Wertpapier-Depot 2020

Die negative Bilanz ist natürlich ärgerlich. Denn eigentlich wäre sie sogar vermeidbar gewesen, wenn ich mit Wirecard nicht einen Totalverlust erlitten hätte (hier mehr erfahren). Angesichts der massiven Verluste im Frühjahr ist mein Depot dennoch 2020 mit einem blauen Auge davongekommen und ich kann zufrieden sein.

Dies umso mehr, als mein Investment in Kryptowährungen meine Wertpapier-Verluste in 2020 komplett ausgeglichen hat. Die Rallye und Wertsteigerung von Bitcoin und Co. in den letzten Monaten hat zur Folge, dass ich mein Investment-Jahr 2020 letztlich noch mit einem deutlichen Plus von über 20% abschließe. Gleichzeitig hat sie aber auch meine Asset Allocation deutlich verschoben: Kryptowährungen sind von einem Anteil unter 20% auf über 30% gestiegen. Und dies, obwohl ich in 2020 kaum in Kryptos investiert habe. 

Asset Allocation, Stand 31. Dezemeber 2020

Investment 2020

Mein Gesamtinvestment in Wertpapiere lag über das komplette Jahr 2020 bei insgesamt € 57.271,00. Dem gegenüber stehen Verkäufe in Höhe von € 12.027,75. Somit ergibt sich für das Jahr 2020 eine positive Investment-Bilanz von stolzen € 45.243,25.

Mein Wertpapier-Depot stieg im Jahr 2020 um 13 neue Einzelwerte

Mit Slack Technologies (WKN: A2PGZL), Mercado Libre (WKN: A0MYNP), Moderna Inc. (WKN: A2N9D9), Wirecard (WKN: 747206) und zuletzt Macy`s Inc. (WKN: A0MS7Y) stehen demgegenüber 5 Einzelwerte, die vollständig verkauft wurden. 

Mein Wertpapier-Depot steht damit Ende 2020 bei 30 Einzelwerten, 1 World-ETF sowie dem Xetra Gold ETC.

Mit den Verkäufen wurden Verluste in Höhe von € 4.569,89 realisiert. Diese Verluste sind fast ausschließlich auf Wirecard zurückzuführend. Hier wurden im Ende Juni 50 Anteile mit einem Verlust von knapp 97% veräußert. Das ist natürlich ärgerlich — stärker als dieser Verlust ärgert mich aber tatsächlich, dass ich Mercado Libre und Moderna zwar mit Gewinnen, aber deutlich zu früh verkauft habe. Beide Werte stehen heute erheblich höher als zum Verkaufszeitpunkt Anfang 2020.

Dividende

Insgesamt habe ich im Jahr 2020 eine Netto-Dividende in Höhe von € 962,95 erhalten. Größter Dividendenzahler in meinem Depot war Gazprom (WKN: 903276): Der russische Gas-Gigant hat mir nach Abzug sämtlicher Abgaben eine Dividende von € 119,47 überwiesen.

Und nun zu euch: Wie lief euer Börsen-Jahr 2020? Ich bin gespannt auf eure Kommentare! 

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